Die Geschichte vom erleuchteten Ei

 

 

Wahreinschlich werdet ihr nicht glauben was mir kürzlich passiert ist. Tatsächlich bin ich aber einem Osterei begegnet das ein Bewusstsein hatte. Ich sitze also an meinem Tisch und betrachte dieses wunderschöne, in allen Regenbogenfarben strahlende Ei. Plötzlich fängt das Ei an mit mir zu sprechen. „ Bin ich nicht ein wunderschönes Ei? Weißt du ich liebe es wenn die Sonne mich anstrahlt und all meine Farben so richtig zum Leuchten bringt. Ich bin glücklich und stolz wenn ich die leuchtenden Kinderaugen sehe die sich an meinem strahlen erfreuen, und ich geniesse es wenn die Finger der Menschen über meine Schale streicheln. Es ist wunderschön ein Osterei zu sein.“
„ So du geniesst es also ein Osterei zu sein? Aber hast du auch schon daran gedacht, dass Ostern auch vorüber geht und was ist dann? Was ist dann der Sinn deines Lebens?“
Ich sah wie ein leichter Schatten über die strahlenden Farben hinweg strich, und das Ei wirkte leicht verunsichert. „Sinn meines Lebens?“ fragte das Ei etwas verunsichert.

 

„Ja schau mal sagte ich du definierst dich und dein Dasein von Äusserlichkeiten und Etiketten (Attachments). Du denkst zum Beispiel du seiest ein Osterei, dies denkst du jedoch nur aufgrund deines Äusseren. Weil du so schön bunt bist, und dein Glücklichsein ist nur das Resultat äusserer Vorgänge, wie das strahlen der Sonne, das streicheln der Hände und vielem anderen. Aber wer bist denn du wenn das alles nicht ist. Was ist dein wahres Wesen. Willst du das nicht wissen?“

 

„Selbstverständlich möchte ich wissen wer ich wirklich bin. Wie kann ich das herausfinden?“
„Dein wahres Wesen steckt in dir drinnen, dieses wahre Wesen ist unsterblich und Teil von etwas Grossem und Unendlichen es ist göttlich und beinahe unbeschreiblich.“
„Das tönt wundervoll bist du so ein wahres Wesen? Und kannst du mir zeigen wie ich dort hinkomme?“ „Nein ich bin noch nicht so weit, aber es gibt viele Anleitungen und Rezepte wie man diesen Zustand *des Ich bin. * oder des *all-eins- sein* erreichen kann. Es gibt hunderte von Büchern und Abhandlungen darüber.“
„Warum bist du denn noch nicht dort wenn du doch die Anleitungen kennst?“ Ich weiss es nicht, vielleicht ist es Angst, vielleicht bin ich auch nur ein zu grosser Zweifler. Was mir auf jeden Fall fehlt ist das, lebende Beispiel eines Wesens das diesen Zustand erreicht hat und mich nicht auf irgendwelche Quellen verweist sondern mir wahrhaftig und glaubwürdig sein persönliches ERFAHREN dieses Zustandes wiedergeben kann.“

 

„Weißt du was“, sagte das Ei:“ lass mich dieses Wesen sein. Du kennst die Anleitungen und ich werde den Weg gehen, und dann kann ich dir darüber berichten.“

 

Wir beide fanden dies eine tolle Idee und freudig und neugierig machten wir uns ans Werk. Ich freute mich nach lebenslangen Diskussionen nach tonnenweise gelesener Literatur und einigen eigenen Erfahrungen würde ich endlich miterleben wie so eine Verwandlung zum * Ich bin* möglich ist und ich würde es aus erster Quelle erfahren und Fragen stellen können soviel ich wollte. Also nichts wie los!

 

„Was tun wir zuerst?“ fragte das Ei. „Zuerst werden wir dich waschen denn die Farbe ist nur eine Maskerade. Weißt du und wenn ich dich schon wasche dann kann es hilfreich sein wenn wir diesen Vorgang als innere und äussere Reinigung betrachten, genauso wird es in einigen Büchern beschrieben. Wasser hat eine reinigende Wirkung und indem du deine Farbe durch das Wasser verlierst löst du dich auch von deinem falschen Glauben ein Osterei zu sein.“
Sanft nahm ich das Ei in meine Hände und befreite es von seinem Farbenkleid. Vorsichtig wickelte ich es in en Tuch und tupfte es vorsichtig trocken. Dann legte ich es auf die Fensterbank um es von der Sonne ganz trocknen zu lassen.
„ Wie fühlst du dich?“ fragte ich das Ei nachdem es einige Tage auf der Bank gelegen hatte.
„Ich fühle mich irgendwie nackt und alleine. Die Kinder sehen mich nicht mehr mit strahlenden Augen an, wenn die Sonne auf mich scheint so leuchte ich nicht mehr so wie vorher.“ „ Das ist ganz normal, so steht es in den Büchern und viele Menschen bestätigen das. Die falsche Farbe ist weg und dein wahres Leuchten wird sich erst noch entwickeln, es muss von innen kommen nicht von der Sonne. Siehst du deine Farbe ist weg und somit auch deine eingebildete Persönlichkeit die meinte sie sei ein Osterei jetzt bist du kein Osterei mehr.“

Das Ei wollte sich noch einige Tage auf der Fensterbank ausruhen es wollte darüber nachdenken was es jetzt sei.
„Hast du schon etwas herausgefunden?“ fragte ich das Ei einige Tage später. „ Ja ich bin in mich gegangen und ich habe viel geträumt. Ich habe herausgefunden ich bin ein weisses Hühnerei. Das ist es was ich bin!“ „Dann können wir also weitermachen?“ „ Weitermachen? Ist dies denn noch nicht das Ziel?“ „Nein, siehst du denn nicht dass du noch immer haftest? Jetzt haftest du an der Idee deine Form bestimme dein sein, dies ist jedoch immer noch nicht dein wahres Wesen das wahre Wesen unterscheidet nicht zwischen dunkeln und hellen Eiern, zwischen Hühnerei und Schwanenei das wahre Wesen ist mit allem eins. Ausserdem steckst du noch immer in einem Panzer der dich in eine Form zwängt und dich trennt von anderen.“
„Also machen wir weiter ich will dieses “ich bin” erleben.“ Ich nahm das Ei in meine Hände und schlug mit der Schale auf die Tischkante. „ Auuuuuuaaaaaaaaaa“ schrie das Ei. „Ich weiss, es schmerzt, du hast dich so an diesen Panzer gewöhnt, der Schmerz gehört dazu aber da musst du durch und es wird dir nachher viel besser gehen.“ „ Du hast recht“ meinte das Ei kurze Zeit später. „ ich spüre deine Hände jetzt viel intensiver, der Wind fühlt sich ganz toll an ich habe ihn früher nie so wahrgenommen und ich kann mich auch mehr bewegen. Ich fühle mich tatsächlich irgendwie befreit, das ist ganz toll. Es erinnert mich beinahe ein wenig an mein altes Ich als Osterei. Ich weiss jetzt jedoch ich bin ein Ei! Das ist es was ich bin.“
Nach einiger Zeit der Ruhe meinte das Ei: „ Weißt du was ich sehe mich immer noch als Ei, dass von anderen Eiern getrennt ist denke ich bin noch nicht am Ziel, ausserdem ist es in diesem Zustand jetzt sehr Kühl und die Sonne brennt mir auf der Haut und ich spüre wie ich langsam austrockne, dies kann unmöglich dieses *Ich bin* sein von dem du gesprochen hast. Wahrscheinlich hafte ich immer noch an etwas, lass uns noch tiefer in mein innerstes gehen, dahin wo alle Antworten sind und ich eins bin mit allem was ist.“
Also entfernte ich auch noch das weisse vom Ei und tatsächlich kam etwas absolut neues zum Vorschein. Plötzlich war das Ei verschwunden und eine gelbe Kugel erblickte das Licht der Welt. Das war jetzt wirklich eine Metamorphose.
„Ich fühle mich jetzt so anders, so rund und gelb, jetzt weiss ich was ich bin, ich bin eine gelbe Kugel, das ist es was ich bin!“ „Bist du absolut sicher?“ entgegnete ich. „Sind diese Bezeichnungen nicht auch wieder Anhaftungen?“
Die gelbe Kugel war verdutzt, und wie schon einmal bei diesem regenbogenfarbigen Osterei war es mir als wenn ein leichter Schatten über das leuchtende Gelb der Kugel huschen würde. „ Du hast Recht, ich bin eigentlich keinen Schritt weiter als zu beginn unsres Experimentes. Obwohl sich soviel geändert hat, hat sich doch nichts geändert. Wir müssen noch weitergehen. Du musst diese Gelbe Kugel zerstören vielleicht komm ich dann zu meinem innersten wahrscheinlich ist diese gelbe Kugel auch wieder ein Panzer den ich ablegen muss.“

So öffnete ich also das Fenster und begann damit das gelbe zu zerkrümeln in immer kleinere Stücke. Ich war verunsichert denn alles was dieses gelbe von sich gab war ein stöhnen. Plötzlich hörte ich Schritte die die Treppe heraufstürmten und ich bemerkte wie die Haustür aufgerissen wurde, ein mächtiger Luftzug fegte durch die Wohnung, und im selben Moment in dem ich mich umdrehte um zu sehen was da vor sich ging stürzte sich meine Nichte in meine Arme und begrüsste mich mit einem dicken Kuss.
Der Wind der immer noch durch die Wohnung blies liess die Haustüre mit einem lauten Krachen ins Schloss fallen.
Nachdem meine Nicht sich wieder aus meinen Armen gelöst hatte, begann sie damit meine Wohnung zu inspizieren und ich nutzte die Zeit um mich um das „Gelbe „ zu kümmern ich wollte ja das Geheimnis des * ich Bin* erfahren.
Ich wendete mich wieder um – aber die Fensterbank war leer. Nichts mehr Gelbes war zu sehen, nicht das ich hätte fragen können, alles was ich sehen konnte war diese Gruppe von Spatzen vor meinem Fenster die irgendwelche Krümel vom Boden aufpickten.

 

Da war auch meine Nicht schon wieder zurück von ihrem Rundgang und fragte mich: „Tante wo ist denn diese wunderschöne leuchtende Osterei, weißt du jenes das aussieht wie ein Regenbogen.“
Ich räusperte mich und antwortete. „ Keine Ahnung wohin es verschwunden ist:“
„Schade, es war das allerschönste Osterei und es war mein Lieblings Ei.“

von Yvonne M.

 

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